Montag, 9. November 2015

Fischsouq - Achtung: Beitrag und Bilder nicht für schwache Nerven!!!

Abends auf dem Fischsouq geht es etwas entspannter zu als morgens. So beschließe ich nach einem langen Ausflugstag abends noch dorthin zu gehen. Als ich das Areal betrete fallen mir schwarze Häufchen auf dem weißen Boden auf, die sich als Millionen toter Fliegen herausstellen. Auf dem Boden sammelt sich eine Mischung aus Wasser, Fliegen und dem Blut der Fische. Ich tue es den einheimischen Männern gleich und ziehe meine Hose, wie sie ihr traditionelles Gewandt, die Dishdasha, ein Stück höher bevor ich in die Halle hineingehe. Lange beobachte ich die Arbeit der Männer, die die Fische zerlegen, bevor ich frage ob ich ein Foto von ihnen machen darf. Stolz posieren sie vor der Kamera.

Bei ihrer Arbeit tragen sie Gummistiefel. Bevor sie diese anziehen stecken sie ihre Füße in Plastiktüten. In Wassereimern werden die Messer zur Reinigung eingetaucht und geschärft, bevor der Fisch angeschnitten wird. Zwischendurch wird das Wasser gewechselt, indem das alte Wasser auf dem Boden ausgekippt wird. Eine blutig-wässrige Lösung ergießt sich über den Hallenboden.  
Zuerst schneiden die Männer den Fischen die Seitenflossen und die gezackten Rückenflossen ab, bevor sie am Kopf einen gekonnten Schnitt ansetzen, um diesen vom restlichen Körper leichter abreißen zu können. Der Kopf wird in bereitstehenden Mülltonnen entsorgt, aus denen bereits Häute anderer Fische am Rand herunterhängen. Danach wird der Bauch aufgeschnitten, um das Gedärm des Fischs zu entnehmen. Je nach Art des zerlegten Fischs wird die Haut entfernt und der Fisch zerteilt - bei Knochen Fischen werden die Teile mit einem Beil zerhackt. Die Teile werden anschließend in Plastiktüten verkauft. 
Ein Inder trägt eine - für mein Empfinden - etwas überhöhte Menge an Fisch in einer Tüte an mir vorbei. Ich frage ihn, ob er ein Restaurant besitzt. Er verneint und sagt, dass es sich um eine Spende handelt. Da sein Englisch schlecht ist frage ich später nochmal einen anwesenden Omani, wie das mit dem Spenden genau ist. Er erklärt mir, dass arme Familien nicht bezahlen müssen, sondern Essen als Spende bekommen - Ein schönes Beispiel des islamischen Grundsatzes des Almosen-Gebens mitten im alltäglichen Leben. 


1 Kommentar:

  1. Warum nichts für schwache Nerven ? Bei uns in der Oberpfalz gehts auch blutig zu, wenn nach dem Wettangeln die gefangenen Fische fürs Anglerfest geschlachtet werden.....

    AntwortenLöschen