Sonntag, 29. November 2015

Die Bergwelt des Oman

Unter dem Oman stellen sich viele wohl einen Wüstenstaat vor. Jedoch gibt es hier eine beeindruckende Bergwelt, die sich am besten Offroad erkunden lässt. Nur rund eine Stunde von der Hauptstadt Muscat entfernt, begebe ich mich mit ein paar Freunden und zwei Allradfahrzeugen von der asphaltierten Straße herunter hinein ins Offroad-Erlebnis. Zunächst geht es über ebene Schotterpisten durch entlegene Dörfer hindurch, bevor die erste Steigung steil bergauf führt. Nicht nur einmal frage ich meinen Beifahrer, ob er die Straße noch sieht, da nach vorne oft nur noch der Himmel sichtbar ist, und ich angespannt aufrecht sitze, um den Straßenverlauf dennoch erahnen zu können. Weiter geht es an Engpässen, an denen keine zwei Autos aneinander vorbei passen. Bergab fahrende Autos weichen den bergauf fahrenden an etwas breiteren Stellen aus und lassen diese passieren, da diese den besseren Überblick haben. Zudem braucht es etwas Schwung, die steilen Anstiege zu meistern.
Nach einer halben Stunde passieren wir den ersten Wegweiser, der mir in dieser abgelegenen Berggegend etwas unwirklich erscheint. Diese "Straße" scheint jedoch für Einheimische eine "richtige Straße" zu sein. 
Nach einer weiteren Stunde kommen wir an ein Bergdorf. Unvorstellbar, dass in dieser kaum zugänglichen Gegend Menschen leben. 
Nach weiteren zwei Stunden haben wir unser Tagesziel, den Berggipfel, bei Dunkelheit erreicht. Ein Meer aus Millionen von Sternen und das Lichtermeer von Städten in weiter Ferne bietet sich als Anblick. Hier schlagen wir unsere Zelte auf und machen Feuer. Zum Abendessen grillen wir Burger und ein ganzes Huhn, das wir frisch zubereiten. Ganz schön kalt ist es jedoch hier oben, noch kälter wird es als etwas Wind aufkommt. So verkriechen wir uns schnell in unsere Zelte, die Nacht wird eiskalt.
Die Sonne am nächsten Morgen heizt das Zelt in Sekundenschnelle auf, sodass an Schlaf nicht mehr zu denken ist. Schnell klettern wir aus unseren Zelten. Der Ausblick auf die schroffe Bergwelt entlohnt für die durchfrorene Nacht.






Samstag, 28. November 2015

Nationalday im Oman: Der Tag an dem das ganze Land verrückt spielt

Ein bisschen Geschichte über den Oman kann nicht schaden...:
Bis 1970 gab es im Oman keine weiterführenden Schulen, nur zwei Grundschulen, zwei Krankenhäuser und nur 10km asphaltierte Straßen. 1970 kam Sultan Qaboos an die Macht. Er führte das Land schließlich in die Moderne: Das Straßennetz wird ausgebaut (was sich in nagelneuen Highways bemerkbar macht), Krankenhäuser, Schulen und Universitäten werden gebaut, die Infrastruktur wird verbessert, entlegene Dörfer werden an das Strom- und Straßennetz angeschlossen. Es wird erzählt, dass Bitten, die an den Sultan herangetragen werden, oft sofort von ihm und seiner Regierung erfüllt werden. Überhaupt zeigt sich Sultan Qaboos sehr volksnah, was ihn zu einem äußerst beliebten Herrscher macht. Am 18. November jedes Jahr ist National Day, der Tag an dem das Volk den Sultan feiert und im wahrsten Sinne des Wortes diesen auch vergöttert. Schon Wochen vor diesem Großereignis werden Girlanden in den Farben der Nationalflagge (rot, grün, weiß) in den meisten Straßen des Landes aufgehängt, riesige blinkende Lichtinstallationen werden an Gebäuden angebracht, Firmen zeigen ihren Stolz auf den Sultan auf großen Werbeplakaten, die Straßen werden teilweise mit leuchtenden Netzen überspannt, Poster des Sultan hängen von jedem Gebäude, und die Omanis bemalen und bekleben ihre Autos mit Stickern vom Sultan und den Nationalfarben. Manch Deutscher würde hier eher darum bangen, dass die Farbe vom Auto wieder ab geht, im Oman steht die Würdigung des Sultans im Vordergrund. Am National Day selbst und an den Tagen danach wird ausgelassen gefeiert: Es gibt Feuerwerke und Feiern, die Omanis setzen sich auf die Dächer ihrer Autos und fahren durch die laue Nacht, hupen dabei ohne Unterbrechung und schwenken dabei Oman-Flaggen. Das Gefühl ist für mich in etwa das selbe, als Deutschland Fußball-Weltmeister wurde, nur vielleicht noch ein bisschen verrückter.




Auch ich darf ein paar kleine Oman-Souvenirs mit dem Sultan mein Eigen nennen, einen kleinen Anstecker habe ich mir an den Rucksack dran gemacht. Mit der Folge, dass ein paar Omanis bereits vor Freude darüber ausgeflippt sind.

Dienstag, 17. November 2015

Oman und seine Festungen

Bei der omanischen Familie war ich anfangs nur zum Mittagessen eingeladen. Dass ich dann volle zwei Tage bei ihnen wohnen würde hätte ich mir nie träumen lassen. Die ganze Familie hat mich wärmsten empfangen und es war für keinen ein Problem, dass  ich da war. Vielmehr war es ein Austausch zwischen Kulturen und gegenseitiges kennenlernen:
Ob mir denn arabische Musik gefällt wollten sie wissen und was ich über das Autofahren im Oman denke. Als ich gesagt habe dass ich es einfach finde und dass wir in Deutschland alle mit manueller Schaltung fahren haben sie gestaunt. Ob ich einen arabischen Mann heiraten will wollten sie unbedingt wissen. Ich muss anmerken, dass Araber teilweise deutlich kleiner sind als Europäer. Das ist mir gleich am ersten Abend aufgefallen, als ich mich ins Hotelbett gelegt habe und gerade so rein gepasst hab, das Bett war nämlich nur 1.80m lang. Dafür bauen sie im Oman die Treppenstufen höher... ;-D
Zurück zur Familie. Ich sollte noch weiter beherbergt und unterhalten werden, da ich aber auch mein Touristenprogramm durchziehen möchte habe ich mich nach den zwei Tagen losgemacht, ich komme aber bald wieder weil ich sie doch alle sehr gerne mag. Ich muss sagen, dass ich mich noch nie mehr willkommen in einer fremden Familie gefühlt habe wie bei dieser. 

Für mich stand nun weiteres Touristenprogramm auf dem Plan. Der ganze Oman ist übersät von Festungen, die zur Verteidigung gedient haben und teilweise zugleich auch als Wohnbereich gedient hat. Etwa vergleichbar mit einer Burg. Da ich solche Sachen unheimlich gerne besichtige habe ich auch dann einige davon besucht. Es gibt darin Aufenthaltsräume, Schlafräume, Küchen, Waschräume und Moscheen. Das wichtigste sind aber fast die Dattel-Lager (Keller voller Datteln für harte Zeiten) und die Falaj, Wasserversorgungssysteme, die sich in Form von kleinen Bächen durch den gesamten Komplex ziehen und sich dazu mehrere Zugänge im Gebäude befinden). 
Um euch jetzt endlich wieder mit den langersehnten Bildern zu versorgen hier einige Eindrücke:

Flur in der Festung von Rustaq

Aufenthaltszimmer in der Festung von Jabrin

Fledermäuse gibt es in jedem dunklen Raum einer Festung

Festung von Rustaq

Die Festung von Bahla

Tür in der Festung von Rustaq mit aufgesetzten Metall-Spitzen zur Abwehr

Die Festung von Nakhl











Sonntag, 15. November 2015

Zu Gast auf einer omanischen Frauenhochzeit

Am Vorabend der Hochzeit fand bereits das Hennafest statt (siehe voriger Beitrag). Am darauffolgenden Abend das eigentliche Hochzeitsfest. Heute gehen alle noch herausgeputzter und etwas freizügiger, der Festsaal heute ist nicht mehr bunt, sondern ganz weiß geschmückt. Das Prozedere ist ähnlich wie am Vortag. Es wird getanzt bis die Braut kommt. Die Braut kommt ganz in weiß den Saal entlang geschritten, bevor sie sich auf ihr Podest setzt, wobei jeder die Möglichkeit hat sich mit ihr fotografieren zu lassen.
Wiederum sind nur Frauen anwesend und ich frage nach dem Ehemann, ob er denn wieder nicht an seiner eigenen Hochzeitsfeier teilnimmt. Mir wird erklärt, dass er zuvor schon mit der anwesenden Braut verheiratet worden ist, und die Feier nur für die Braut mit Frauen ist. Ob der Bräutigam denn die gleiche Feier für Männer bekommt ist meine nächste Frage. Im Oman gibt es gemischte Hochzeiten so wie wir sie kennen, oder eben Frauenhochzeiten nur mit Frauen. Entscheidet sich das Brautpaar für eine Frauenhochzeit, wird der Mann nur kirchlich verheiratet. Die Frau ist dabei nicht anwesend, jedoch wird die Zustimmung der Frau zur Hochzeit vorab eingeholt.
Bei Frauenhochzeiten ist die Stimmung eine andere. Aber immerhin lustig zu beobachten, wie ein paar 70-jährige, kopftuchtragende Frauen zum Chart-Hit Gangnam-Style über die Tanzfläche springen und dazu wild tanzen. Ich bezweifle, dass diese Stimmung so ausgelassen in Anwesenheit von Männern wäre.
Plötzlich hasten alle Frauen von der Tanzfläche zu ihren Plätzen und verhüllen sich. Mir wird erklärt, dass nach dem nächsten Lied der Ehemann kommt. Wie am Vorabend betritt er den Saal in traditioneller Dishdasha, mit Schwert und Krummdolch. Bevor er sich neben seine Frau setzt, begrüßt er sie mit Bussi auf den Wangen. Es werden wieder Fotos gemacht, Glückwünsche der anwesenden Gäste an das Brautpaar gerichtet, die Torte angeschnitten. Der Saal leert sich danach recht schnell, die Hochzeit ist zu Ende.

Beim Betreten des Saals, sowie beim Verlassen werden teure omanische Parfums gereicht, um sich damit einzunebeln. Den Grund dafür konnte ich noch nicht erfahren. Allgemein ist mir bisher aufgefallen, dass hier im Orient mehr Wert auf Düfte etc gelegt wird, nach dem Essen wird z.B. mit einem Weihrauchkelch durch den Raum gegangen, Frauen halten sich dabei die Kleidung so über den Kessel, dass der duftende Rauch unter die Kleidung zieht.
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Auch in diesem Beitrag verzichte ich auf Fotos

Samstag, 14. November 2015

Zuhause bei einer omanischen Familie

Nach der Besichtigung einer Sehenswürdigkeit komme ich mit einer Mitarbeiterin ins Gespräch, die mich für den kommenden Tag zum Mittagessen zu ihrer Familie einlädt. Ich stimme zu, und so fahre ich am nächsten Tag zu ihr. Dort angekommen, werde ich von allen sofort herzlich begrüßt. Ein wildes Durcheinander, jeder scherzt mit jedem und mir fällt sofort die Stellung der Kinder auf, die reihum von jedem geknuddelt werden. Mir wird erklärt, dass nach dem Freitagsgebet die ganze Familie zusammenkommt, um gemeinsam zu Essen. Die Tante, die Geschwister, die Eltern, ...
Danach wird zum Essen gebeten. Mir werden riesige Berge auf den Teller gepackt. Als ich die anderen Teller anschaue wird mir schnell klar, dass vorzeitiges Aufgeben nicht ist, da die anderen alles aufgegessen haben. Ein riesiger ganzer Fisch, arabischer Reis und viele andere Köstlichkeiten werden angeboten. Die meisten essen mit der rechten Hand ohne Besteck. Sie quetschen den Reis zu kleinen Häufchen und schieben sich diese in den Mund.  
Danach setzen wir uns im Wohnzimmer zusammen und unterhalten uns bevor es Dessert gibt. Der anwesende Bruder erklärt mir, dass  der Islam 4 Frauen pro Mann duldet. Scherzhaft erklärt er mir, dass seine Frau keine richtige Muslimin sei, da sie das ganze Haushaltsgeld verbraucht und es so unmöglich für ihn wäre, noch eine andere Frau zu haben. Mit lautem Lachen wird das von seiner Frau und den anderen quittiert. 
Dann wird zum Dessert gerufen, wobei ich den Weg Richtung Küche einschlage. Doch weit gefehlt. Das Dessert wird auf dem Teppich sitzend eingenommen. Es gibt arabisch gewürzter Rührkuchen und Schokomousse. Dazu der typische arabische Kaffee in - für unser Empfinden - winzigen Tassen und Tee. 
Danach geht der zukünftige Ehemann der Schwester, es sind nur noch der Vater und der Bruder anwesend, die Frauen, die Kopftücher getragen haben, nehmen diese jetzt ab. 
Das Mittagessen sollte nicht das einzige Erlebnis bei dieser Familie bleiben.  Ich werde danach ins Zimmer der Person gebeten, die mich eingeladen hat.  Es findet eine Hochzeit statt, auf die ich mitkommen soll. Ich soll Kleider und Schuhe anprobieren. In einem viel zu langen Kleid und in viel zu kleinen Schuhen werde ich auf die abendliche Feier mitgeschleppt. Es ist die Henna-Feier (es findet eine Henna-Bemalung der Hände statt) am Abend vor der Hochzeitsfeier, es sind nur Frauen anwesend und daher gibt es auch nur weibliche Kellnerinnen. Alle Frauen tragen lange,  prachtvolle Kleider. In Deutschland würde man sich in solch einem Kleid wie ein geschmückter Weihnachtsbaum vorkommen. Glitzer von Kopf bis Fuß, Schleifen und lange Schleppen werden getragen. Es gibt Essen, dann wird die Musik ausgemacht und die Braut kommt. Langsam schreitet sie durch die Halle, und nimmt am anderen Ende auf dem Podium Platz. Die anderen Gäste setzen sich neben sie um Fotos zu machen. Während die Braut sitzt tanzen die anderen Frauen auf der Tanzflächen vor ihr. Die Musik ist zunächst arabisch, bevor schließlich auch die mir bekannten englischen Chart-Hits gespielt werden. 
Nach einer Stunde wird die Musik ausgemacht,  der Ehemann kommt. In traditioneller arabischer Kleidung, mit einem silbernen Krummdolch im Gürtel und einem silbernen Schwert in der Hand betritt er den Saal und setzt sich neben seine Frau. Die Fotosession beginnt von vorne. Nachdem das Ehepaar eine halbe Stunde auf dem Podest sitzt gehen sie Hand in Hand nach draußen, die Party ist nun vorbei. 
Auf dem Heimweg habe ich die neu gewonnene arabische Freundin sowie ihre Schwestern mit im Auto. Bisher habe ich ausschließlich arabische Radiosender gehört, da ich offenbar nur diese empfangen konnte. Die Mädels finden das unmöglich, sie stellen und speichern mir gleich mal sämtliche westliche Sender im Radio ein und singen von der Rückbank  die Chart-Hits lauthals mit.
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Aus Rücksicht auf die kopftuchtragenden Frauen, die sich normalerweise nicht fotografierenlassen, verzichte ich in diesem Beitrag auf Fotos. 

Montag, 9. November 2015

Fischsouq - Achtung: Beitrag und Bilder nicht für schwache Nerven!!!

Abends auf dem Fischsouq geht es etwas entspannter zu als morgens. So beschließe ich nach einem langen Ausflugstag abends noch dorthin zu gehen. Als ich das Areal betrete fallen mir schwarze Häufchen auf dem weißen Boden auf, die sich als Millionen toter Fliegen herausstellen. Auf dem Boden sammelt sich eine Mischung aus Wasser, Fliegen und dem Blut der Fische. Ich tue es den einheimischen Männern gleich und ziehe meine Hose, wie sie ihr traditionelles Gewandt, die Dishdasha, ein Stück höher bevor ich in die Halle hineingehe. Lange beobachte ich die Arbeit der Männer, die die Fische zerlegen, bevor ich frage ob ich ein Foto von ihnen machen darf. Stolz posieren sie vor der Kamera.

Bei ihrer Arbeit tragen sie Gummistiefel. Bevor sie diese anziehen stecken sie ihre Füße in Plastiktüten. In Wassereimern werden die Messer zur Reinigung eingetaucht und geschärft, bevor der Fisch angeschnitten wird. Zwischendurch wird das Wasser gewechselt, indem das alte Wasser auf dem Boden ausgekippt wird. Eine blutig-wässrige Lösung ergießt sich über den Hallenboden.  
Zuerst schneiden die Männer den Fischen die Seitenflossen und die gezackten Rückenflossen ab, bevor sie am Kopf einen gekonnten Schnitt ansetzen, um diesen vom restlichen Körper leichter abreißen zu können. Der Kopf wird in bereitstehenden Mülltonnen entsorgt, aus denen bereits Häute anderer Fische am Rand herunterhängen. Danach wird der Bauch aufgeschnitten, um das Gedärm des Fischs zu entnehmen. Je nach Art des zerlegten Fischs wird die Haut entfernt und der Fisch zerteilt - bei Knochen Fischen werden die Teile mit einem Beil zerhackt. Die Teile werden anschließend in Plastiktüten verkauft. 
Ein Inder trägt eine - für mein Empfinden - etwas überhöhte Menge an Fisch in einer Tüte an mir vorbei. Ich frage ihn, ob er ein Restaurant besitzt. Er verneint und sagt, dass es sich um eine Spende handelt. Da sein Englisch schlecht ist frage ich später nochmal einen anwesenden Omani, wie das mit dem Spenden genau ist. Er erklärt mir, dass arme Familien nicht bezahlen müssen, sondern Essen als Spende bekommen - Ein schönes Beispiel des islamischen Grundsatzes des Almosen-Gebens mitten im alltäglichen Leben. 


Samstag, 7. November 2015

Miscellaneous

Hier werde ich in Zukunft Bilder und kurze Anekdoten posten, die keinen eigenen Post bekommen. Ab und zu reinschauen lohnt sich.

So funktioniert ein omanischer Drive-In:
Man fährt zu einer Imbiss-Bude, hält davor und hupt kurz. Dann kommt ein Mitarbeiter herausgelaufen, nimmt die Bestellung an und liefert wieder ans wartende Auto. Einen richtigen Drive-In, wie man ihn aus Deutschland von z.B. der goldenen Schwalbe kennt, habe ich hier noch nicht gesehen. Zumindest machen die Imbiss-Buden hier ihr Geschäft über den Drive-In. Als ich gestern das Auto bereits länger vor solch einer Bude geparkt hatte,  konnte ich mich unmöglich ins Auto setzen und hupen um zu bestellen und bin einfach hinein gegangen. Die haben gestaunt dass jemand überhaupt den Laden betritt...

Moschee im Abendhimmel 

Entdeckt in einem Geschäft in Dubai. Mitten unter den Kosmetikprodukten: das dem Maschinenbauer bestens bekannte Allzweck-Schmiermittel. Ob es noch weitere, dem Maschinenbauer noch unbekannte Verwendungszwecke kosmetischer Natur gibt, ist noch ungeklärt.

Sonnenuntergang 

Noch ein Sonnenuntergang. Hier von einem Fort (Festung zur Verteidigung) in Muscat (Hauptstadt des Oman) aus fotografiert, mit dem Hadjar-Gebirge im Hintergrund 

 Der Gold-Souq in Dubai hat viel zu bieten. Der Käufer dieses Schmuckstücks kann auf weitere Kleidung wahrscheinlich verzichten.


Ebenso in Dubai auf einem der Souqs entdeckt. Ich tippe auf selbst getöpferte Hornhauthobel.

Ein Hirte treibt seine Ziegen durch verlassene Dorfstraßen und stochert in einer Mülltonne nach Brauchbarem. Die Kehrseite des Öl-Reichtums des Sultanats.

Ein alter Mann posiert für ein Foto.

Ein paar Männer sitzen zum Kaffee am Straßenrand, während ich vorbei fahre. Ich halte an und werde eingeladen mich dazu zu setzen. Sie freuen sich über ihren Touristen, bieten Kaffee und Halwa an und erklären mir Sehenswürdigkeiten auf meiner Landkarte. Zum Abschluss entsteht dieses Foto.











Nächte in der Wüste

Den Wunsch einige Zeit in der Wüste zu verbringen hatte ich schon lange. Da ich mit meinem kleinen Mietwagen nicht in die Wüste komme holt mich Mohammed, ein Beduine, mit seinem Allrad-Wagen ab, um ins Wüstencamp zu fahren. Mit 80 Sachen steuert er den Wagen geschickt durch das Labyrinth aus Dünen, während er nebenher noch schnell ein paar Nachrichten über WhatsApp verschickt, ehe die Verbindung abbricht. Er spricht etwas englisch und erzählt mir, dass er nur ein Tag die Woche in die Schule ging, da der Schulweg als Wüstennomade sehr beschwerlich ist, und sein Vater den einen Tag als ausreichend empfunden hat.
Eine halbe Stunde später kommen wir im Wüstencamp an, eine Reihe einfacher Woll-Zelt dient als Übernachtungsmöglichkeit. 
Abdullah, ein Freund von Mohammed, holt mich später ab, um mich und ein paar andere Wüsten-Touristen zu seiner Familie zu bringen, echten Bedouinen, die in der Wüste leben. Als wir vor seinem "Haus" halten rutscht es mir zur Belustigung der anderen Touristen heraus: "oh mein Gott, oh mein Gott, was für ein Verschlag"... meine romantische Vorstellung von Wüstenbedouinen, die mit einem solchen Woll-Zelt durch die Wüste ziehen, wie ich es gerade bewohne, wird gnadenlos zunichte gemacht. Abdullah erzählt mir stolz, dass seine Familie schon seit 12 Jahren hier sesshaft geworden ist. Ein paar Hühner und eine Ziege laufen auf der Haus-Düne um das Haus herum.
Das Haus 

Die Familie 

Die Familie empfängt uns mit arabischem Kaffee und Datteln, und erzählt uns etwas über ihr Leben in der Wüste. In ihrem Haus ist es durch eine behelfsmäßig eingebaute Klimaanlage immer kühl. Ein paar Decken hängen an der Wand des Wohnzimmers, in dem die Familie nachts zusammen auf dem Boden schläft. 
Nach dem Kaffee schauen wir zusammen den Sonnenuntergang in der Wüste an. 
Anschließend bringt uns Abdullah zurück ins Camp. Am Rand einer steil abfallenden Dünen hält er mit Blick auf unser Camp an. Ich frage ihn ob wir da hinunter fahren. Er verneint, und sagt, es sei nur für uns um Fotos zu machen. Entspannt lehne ich mich zurück, bevor er lachend - ich schreiend - Vollgas gibt. 
Zurück im Camp, bemerkte ich, dass es sehr kühl geworden ist und ziehe mein Vlies an. Beim Abendessen erzählt mir unser Koch, dass es in schon zwei Wochen hier so kalt sein wird, dass sie tagsüber auch jetzt so gekleidet sein werden wie ich es bin, und nachts sogar dicke Jacken anziehen müssen. 
Nach dem Essen ziehe ich mich in Richtung Zelt zurück, hinter das ich mich setze, um den mit 100000000 Sternen übersäten Himmel zu bewundern. Unzählige Sternschnuppen in dieser Nacht lassen mich hoffen, dass meine Wünsche in Erfüllung gehen. 
Zudem fällt mir die Stille der Wüste auf, eine Stille wie ich sie noch nie erlebt habe. Keine Geräusche sind hörbar, nur die eigene Atmung. 
Auf dem Weg zurück ins Zelt läuft mir eine Eidechse über den Weg. Am nächsten morgen stelle ich fest, dass dies wohl nicht die einzige Eidechse ist. Die Wüste lebt. Im feinen Wüstensand sind überall Abdrücken von Fußspuren der Tiere. Kein Quadratmeter bleibt verschont.
Zum Sonnenaufgang klettere ich auf den Kamm einer hohe Düne, von wo ich den Blick über das Tal genieße. Verschiedene Wellenformationen, vom Wind gezeichnen, zeichnen sich im Sand ab. 



Im Tal ziehen ein paar Vögel vorüber, die ich von hier oben von oben betrachten kann. Mit der aufgehenden Sonne wird es gleich spürbar wärmer. Ein neuer Tag ist angebrochen, der aufkommende Wind verwischt alle Spuren der vorigen Nacht im Sand...

Nachahmung empfehlenswert!


Nächtliche Schildkröten-Beobachtung

An einem kleinen Strandabschnitt, der unter Naturschutz steht, kommen Nacht für Nacht riesige Wasserschildkröten an Land, um ihre Eier abzulegen. Dafür schleppt sich die an Land fast unbewegliche Schildkröte einige Meter den Strand hinauf, um an der ausgesuchten Stelle ein 1m tiefes Loch zu graben in das sie die Eier ablegt. Ein enormer Kraftaufwand. Eine erschöpfte Schildkröte legt immer wieder eine Pause ein bevor sie mit ihren Flossen zwei Züge weiter gräbt.

Als ich gehen will verirrt sich noch ein gerade geschlüpftes Junges am Strand. Normalerweise findet es durch das glitzern der Sterne und des Mondes im Meer den Weg ins Wasser. Das Licht der Taschenlampe verwirrt es jedoch, sodass es zum Wasser getragen wird. Auf ein hoffentlich langes Leben, denn nur 3-4 von Tausend Schildkrötenjungen werden überleben.

Wadi Shab

Weiter geht die Reise zum Wadi Shab. Wadis sind Oasen, z.B. Felsspalten oder dergleichen, die Wasser führen und an deren Ufer fruchtbares Land ist,  wo Nutzpflanzen angepflanzt werden oder auch Palmen wachsen. Das Wadi Shab ist so eine Oase, ein kleines Idyll mitten in  einer trockenen Landschaft. Zu Beginn der Wanderung durch das Wadi in einer Felsspalte wird man von Einheimischen in einem Boot über das Wasser gefahren. Die Wanderung führt vorbei an verschiedenen Wasserbecken, die sich das Wadi entlang hochziehen. Frösche,  Fische und Libellen findet man entlang des Weges. Auf Steinen und Felsen klettert man die Felsspalte entlang, bevor man zu einem Wasserbecken kommt, durch das man schwimmen muss um zum Ziel zu gelangen: durch eine Felsspalte hindurch gelangt man in türkis-blauem Wasser in eine Höhle, in die ein Wasserfall hinfällt. Eine verdiente Belohnung für die Anstrengungen, um dorthin zu gelangen.


Sonntag, 1. November 2015

Nizwa und die Umgebung

Nachdem der Viehmarkt in Nizwa besucht war ging es nachmittags in die Umgebung. Al Hambra war die erste Station. Eine Altstadt, die aus traditionellen Lehmhäusern gebaut ist. Auch ein Museum im inneren eines solchen Hauses gibt es in dem Frauen traditionelles Haushaltshandwerk wie Brotbacken, Mehl mahlen, Kaffee rösten und Schmuck herstellen zeigen. Empfangen wird man dabei in einer typischen arabischen Kaffeerunde, bei der einem Kaffee und Süßigkeiten serviert werden. Das hier übliche Halwa ist für den europäischen Geschmack extrem süß. Den wohl gemeinten Nachschlag habe ich etwas widerwillig angenommen.

Weiter ging es nach Misfat, einem Bergdorf, das total verwinkelt gebaut ist. Durch einen schmalen Durchgang kommt man in das Dorf.
Am Ende führt das Dorf in eine Oase am Berghang, welche durch einen tosenden Wasserfall aus Regenwasser aus dem Berg gespeist wird.  Fast unvorstellbar wenn man bedenkt, in was für einer trockenen und heißen Gegend man sich befindet. Arm an Vegetation aufgrund von fehlendem Wasser, hungrige Ziegen fressen von ein paar Dornenbüschen das wenige Grün und die Lufttemperatur sinkt auch nachts nicht merkbar unter 30 Grad. 
Die Oase ist ein wahrer Traum an Grün, in dem ich den restlichen Tag voll verbringe. Ein System aus vielen Wasserkanälen die die angelegten Terassenfelder versorgen, umherspringende Frösche und Palmen und Bananenbäume die hier wachsen laden zum verweilen ein.