Am Vorabend der Hochzeit fand bereits das Hennafest statt (siehe voriger Beitrag). Am darauffolgenden Abend das eigentliche Hochzeitsfest. Heute gehen alle noch herausgeputzter und etwas freizügiger, der Festsaal heute ist nicht mehr bunt, sondern ganz weiß geschmückt. Das Prozedere ist ähnlich wie am Vortag. Es wird getanzt bis die Braut kommt. Die Braut kommt ganz in weiß den Saal entlang geschritten, bevor sie sich auf ihr Podest setzt, wobei jeder die Möglichkeit hat sich mit ihr fotografieren zu lassen.
Wiederum sind nur Frauen anwesend und ich frage nach dem Ehemann, ob er denn wieder nicht an seiner eigenen Hochzeitsfeier teilnimmt. Mir wird erklärt, dass er zuvor schon mit der anwesenden Braut verheiratet worden ist, und die Feier nur für die Braut mit Frauen ist. Ob der Bräutigam denn die gleiche Feier für Männer bekommt ist meine nächste Frage. Im Oman gibt es gemischte Hochzeiten so wie wir sie kennen, oder eben Frauenhochzeiten nur mit Frauen. Entscheidet sich das Brautpaar für eine Frauenhochzeit, wird der Mann nur kirchlich verheiratet. Die Frau ist dabei nicht anwesend, jedoch wird die Zustimmung der Frau zur Hochzeit vorab eingeholt.
Bei Frauenhochzeiten ist die Stimmung eine andere. Aber immerhin lustig zu beobachten, wie ein paar 70-jährige, kopftuchtragende Frauen zum Chart-Hit Gangnam-Style über die Tanzfläche springen und dazu wild tanzen. Ich bezweifle, dass diese Stimmung so ausgelassen in Anwesenheit von Männern wäre.
Plötzlich hasten alle Frauen von der Tanzfläche zu ihren Plätzen und verhüllen sich. Mir wird erklärt, dass nach dem nächsten Lied der Ehemann kommt. Wie am Vorabend betritt er den Saal in traditioneller Dishdasha, mit Schwert und Krummdolch. Bevor er sich neben seine Frau setzt, begrüßt er sie mit Bussi auf den Wangen. Es werden wieder Fotos gemacht, Glückwünsche der anwesenden Gäste an das Brautpaar gerichtet, die Torte angeschnitten. Der Saal leert sich danach recht schnell, die Hochzeit ist zu Ende.
Beim Betreten des Saals, sowie beim Verlassen werden teure omanische Parfums gereicht, um sich damit einzunebeln. Den Grund dafür konnte ich noch nicht erfahren. Allgemein ist mir bisher aufgefallen, dass hier im Orient mehr Wert auf Düfte etc gelegt wird, nach dem Essen wird z.B. mit einem Weihrauchkelch durch den Raum gegangen, Frauen halten sich dabei die Kleidung so über den Kessel, dass der duftende Rauch unter die Kleidung zieht.
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Auch in diesem Beitrag verzichte ich auf Fotos
Danke!
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