Nochmal zieht es mich in die Wüste. Dieses mal in ein Camp, das von Beduinen geführt wird, in dem es keinen Strom gibt. Ahmed holt mich am abgemachten Treffpunkt ab, danach geht es auf festgefahrenen Pisten eine halbe Stunde wüsteneinwärts, bis wir das Camp erreichen.
Kaum angekommen, geht es weiter auf eine Düne, um den Sonnenuntergang anzuschauen.
Kaum angekommen, geht es weiter auf eine Düne, um den Sonnenuntergang anzuschauen.
Nachdem die Sonne untergegangen ist wird es schnell kalt. Ahmed kocht Kaffee für uns, es gibt Datteln und wir bleiben noch etwas sitzen, bevor wir zum Abendessen zurück ins Camp fahren.
Zum Abendessen gibt es typisch lecker arabisches Hühnchen mit Reis. Danach setzen wir uns ans Lagerfeuer. Der Abend wird lang. Mit vielen Tassen Tee sitzen wir gefühlt die halbe Nacht am Lagerfeuer, Ahmed bringt mir die arabische Schreibweise von Zahlen bei, die er mich zur Probe mehrfach in den feinen Sand schreiben lässt und erzählt mir von seinen Kamelen. 13 Stück hat seine Familie davon, nicht weit vom Camp entfernt...
In dicke Decken gehüllt schlafe ich irgendwann ein.
Am nächsten Morgen steht Kamelreiten auf dem Programm. Kamele knien nieder, um den Reiter aufsitzen zu lassen. Erschrocken durch diese unerwartete Bewegung des Kamels springe ich 2m zurück, woraufhin mir das kleinste Kamel zugeteilt wird.
Zurück im Camp verbringe ich den Tag entspannt mit Lesen, bevor Abdullah, ein anderer Beduine, mich mit seinem Allradwagen abholt. Wir fahren auf eine Düne, setzen uns neben das Auto und genießen die Aussicht.
Nach dem Sonnenuntergang an diesem Tag fragt mich Abdullah, ob ich mitkommen möchte um die Kamele zu füttern - Klar!
Die Kamele sind hungrig, es herrscht Chaos unter den 13 Kamelen, als die Futterbox geöffnet wird. Abdullah gibt kurz einen Fauch-Laut von sich, woraufhin sich alle Kamele zum Essen auf einen Schlag niederknien. Fasziniert von der erfolgreichen Dressur versuche ich später auch mein Glück, die Kamele zum Niederknien durch Fauch-Laute zu bewegen, doch leider will mir das nicht so gut gelingen...
Wow, das war wieder ein besonderer Reiseerlebnis. Die Fotos wirken wie aus einem Film, so schön! Danke! Was für Tee hast Du denn da getrunken ? Ich trinke jeden Tag Tee. Schwarzen und grünen Tee .....Der Beduine wirkt noch sehr jung. Gibt es dort Handyempfang ? Was macht man, wenn es zu einer Panne oder Unfall kommt ? Wie kann da Hilfe geholt werden ? Mit wie vielen Menschen bist Du da denn unterwegs ?
AntwortenLöschenHallo Gisela, es freut mich von dir zu lesen :-)
AntwortenLöschenEs ist üblich dort schwarzen Tee zu trinken. Oft wird dieser mit frischem Ingwer oder Minze aromatisiert.
Der Beduine ist tatsächlich noch sehr jung. Er arbeitet erst seit zwei Jahren und ist davor zur Schule gegangen, was bei Beduinen nicht unbedingt üblich ist, wie ich es im ersten Beitrag über die Wüste beschrieben habe. Ahmed hat mir aber erzählt, dass es für Beduinen seit kurzem auch eine Schulpflicht gibt. Ob man der tatsächlich nachkommt, liegt dann wahrscheinlich im Ermessen der Eltern.
Handyempfang gibt es dort, wenn man noch nicht zu tief in der Wüste ist. Dafür muss man dann aber auf eine Düne klettern, denn im Dünental gibt es keinen Empfang. Für Notfälle haben Beduinen immer zwei Handys. Ein normales und ein Satellitentelefon, mit dem man dann tatsächlich auch in der Wüste Empfang hat.
Ich war dieses Mal alleine in der Wüste unterwegs, manchmal sind noch andere Touristen dabei, die auch einmal das Wüstenerlebnis haben möchten. Die kommen dann abends, bleiben über Nacht und gehen am nächsten Morgen wieder. Mein Glück war tatsächlich, dass ich die Einzige war die mehrere Nächte dort war, und ich die Beduinen und ihre Lebensweise fernab vom großen Tourismus ganz privat kennenlernen durfte.